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2022 08 19 Fachgespraech Bernd Lange Gruppenbild1 Foto: Diebel-Geries

22. August 2022: Wie wird sich die Landwirtschaft in meinem Wahlkreis künftig entwickeln?

Am 19.08. hatte ich den SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange zu einem Fachgespräch über den „Green Deal“ und die Auswirkung auf den ländlichen Raum und besonders auf die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu Gast in meinem Wahlkreis. Nachhaltige Lebensmittelsysteme stehen im Mittelpunkt des europäischen Grünen Deals. Die Wirtschaft soll angekurbelt, die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen erhöht und der Naturschutz verbessert werden - Punkte hinter denen ich eindeutig stehe.

Die Europäische Kommission will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent reduzieren. In unterschiedlichen Schutzgebieten soll der Einsatz von Pflanzenschutzmittel komplett verboten werden. Mit dem jetzt vorgelegten EU-Entwurf kommen weitere Einschränkungen auf die Landwirte besonders in meinem Wahlkreis zu. Das habe ich zusammen mit Bernd Lange und den folgenden Experten diskutiert:

2022 08 19 Fachgespraech Bernd Lange Gruppenbild Foto: Diebel-Geries

Markus Gerhardy (Vorsitzender Fachbeirat für die Ackerbau- und Grünlandstrategie), Hubert Kellner (ehem. Kreislandwirt und Vorsitzender KBV), Johannes Müller (Landwirt, Biolandhof Müller-Oelbke mit Gemüse, Kartoffeln, Getreide und Finka-Projektpartner (Finka: Förderung von Insekten im Ackerbau), Heinrich Klingelhöfer (Landwirt, konventioneller Ackerbaubetrieb und Finka-Projektpartner), Achim Hübner (Geschäftsführer Landvolk Göttingen), Simon Geries (Gewässerschutzberater) und Dr. Horst-Henning Steinmann (Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung, Uni Göttingen). Des Weiteren haben der Samtgemeindebürgermeister von Radolfshausen Arne Behre und der Bürgermeister von Ebergötzen, Jan Bährens sowie Anna-Marie Bürger von der Modellregion nachhaltige Nutztierhaltung Südniedersachsen teilgenommen.

Mein Wahlkreis ist geprägt durch eine strukturreiche Kulturlandschaft mit fruchtbaren Böden und artenreichen Wälder. Zudem weist es die größte Dichte an Schutzgebieten in Niedersachsen auf. Für die Sicherung und Entwicklung der Schutzgebiete arbeite ich seit langem und ich bin sehr stolz, dass wir die Sicherung der FFH-Gebiete in einem ausführlichen Diskussionsprozess mit der Landwirt- und Forstwirtschaft und den Naturschutzverbänden abgeschlossen haben.

2022 08 19 Fachgespraech Bernd Lange Diskussion Foto: Diebel-Geries

Wir stimmen alle dem EU-Ziel zu, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) zu reduzieren. Das jetzt vorgesehene Verbot in allen gemeldeten Schutzgebieten hätte aber zur Folge, dass alle Vogelschutzgebiete, FFH-Gebiete aber auch die Landschaftsschutzgebiete davon betroffen sind.

Insgesamt decken die Schutzgebiete rund 68 % der Landkreisfläche ab, rund 40.000 ha landwirtschaftliche Fläche (56% der Gesamtfläche im Feldblock) wären vom Totalverbot betroffen. Bei unseren fruchtbaren Böden wird die Ertragserwartung nicht nur von Qualitätsweizen damit deutlich begrenzt.

2022 08 19 Fachgespraech Bernd Lange Diskussion 2 Foto: Diebel-Geries

Den Kommissions-Entwurf lehnen wir grundsätzlich ab. Hier können wir auch auf die Unterstützung von unserem Umweltministers Olaf Lies verweisen, wie er unlängst in einer Pressemitteilung deutlich gemacht hat Pflanzenschutzmittel: Reduktion ist richtig, aber Lösungen mit Landwirtschaft und Umweltverbänden.

Mit dem Niedersächsischen Weg haben wir Strategien erarbeitet, um den Naturschutz in der landwirtschaftlichen Praxis mehr zu integrieren. Dieser Weg muss weiterverfolgt werden und ich will im Landtag daran arbeiten und mein Fachwissen einbringen. Sofort könnten mit den anwesenden Akteuren aus meinem Wahlkreis Modelle für die Erreichung der ökologischen Ziele zusammen den bestehenden Kooperationen entwickelt werden.

Das erfolgreiche FINKA Projekt hat gezeigt, dass für konventionelle Betriebe, die mit ökologischen Betrieben und deren Techniken kooperieren, der PSM-Bedarf geringer ist. Zudem gibt es durch Fruchtfolgegestaltung, Saatgutwahl und digitalen Techniken ein großes Potential den Einsatz von PSM auf allen Flächen weiter zu senken. Nur die Schutzgebiete zu betrachten ist nicht zielführend.

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